Diagnostik

Zu Beginn einer Behandlung stehen immer ein Aufnahmegespräch und eine sorgfältige körperliche Untersuchung. Während der Rehabilitation kommen noch Untersuchungen in unterschiedlichem Ausmass und unterschiedlicher Fragestellung wie, z.B. Blutentnahme, Ruhe-EKG, 6-Minuten-Gehtest oder ggf. ein Belastungs-EKG und eine Abdomen-Sonografie dazu. Der 6-Minuten-Gehtest oder das Belastungs-EKG sind Belastungsuntersuchungen, um die körperliche Fitness besser einschätzen zu können. Fehlende Untersuchungsunterlagen fordern wir bei Bedarf nach.

Aufnahmegespräch

Im Aufnahmegespräch und anhand der mitgebrachten Untersuchungsunterlagen kann der Arzt die Krankheitsgeschichte verstehen und die Zuweisungsdiagnosen überprüfen. Dadurch soll auch ein tragfähiges Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient aufgebaut werden.

Im Aufnahmegespräch werden die sich individuell ergebenden Behandlungsziele für die Rehabilitation mit dem Patienten erhoben, besprochen und abgestimmt. Der Rehabilitations- und Behandlungsplan wird auf der Basis dieser Ziele erstellt. Mit Hilfe eines multidisziplinären Teams mit langjähriger Erfahrung und hoher Fachkompetenz werden diese Ziele umgesetzt und laufend überprüft.

Körperliche Untersuchung

In einer körperlichen Untersuchung wird der Patient durch den Arzt und unter Verwendung einfacher Hilfsmittel (z.B. Stethoskop) untersucht. Dieses Vorgehen ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer gründlichen Diagnostik und dient dazu, den Gesamtzustand und ggf. Funktionsdefizite zu erfassen.

Diagnostik

Ruhe-EKG

Das EKG ist eine Untersuchung in Ruhe und wird beim liegenden Patienten durchgeführt und ist schmerzlos, jederzeit wiederholbar und fast überall durchführbar. Das EKG kann Hinweise auf eine akute Durchblutungsstörung liefern, z.B. einen Herzinfarkt, zeigt Herzrhythmusstörungen an, kann Hinweise auf eine Entzündungen am Herzmuskel oder am Herzbeutel und auf eine Verdickung des Herzmuskels geben sowie erwünschte und unerwünschte Arzneimittelwirkungen anzeigen.

Belastungs-EKG

Häufig unauffällig ist das Ruhe-EKG bei der koronaren Herzkrankheit. Manche Herzkrankheiten zeigen sich erst unter körperlicher Belastung. Im Belastungs-EKG hingegen kann die Erkrankung durch Rhythmusstörungen oder typische EKG-Veränderungen diagnostiziert werden. Weitere Gründe für ein Belastungs-EKG sind: Kontrolle nach Herzinfarkt, Bypass- oder Klappen-Operation, Erkennen von belastungsbedingten Herzrhythmusstörungen, Verlaufsbeurteilung einer behandelten Rhythmusstörung, Aufzeichnung von Blutdruck und Puls sowie Beurteilung der individuellen Leistungsfähigkeit. Auch die Wirkung von Medikamenten lässt sich so überprüfen. Eine Belastungsuntersuchung kann auf dem Velo (Ergometrie) durchgeführt werden. Die Belastung wird stufenweise gesteigert und die erbrachte Leistung wird in Watt gemessen. Für das Bewegungsprogramm können wir für den Patienten individuell Trainingspuls und Trainingswatt für das Ergometertraining festlegen und unter Berücksichtigung seiner körperlichen Fitness ihn der passenden Bewegungsgruppe zuordnen.

6-Minuten-Gehtest

Der 6-Minuten-Gehtets ist ein einfach durchzuführender Leistungstest zur Quantifizierung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Er spiegelt die alltägliche Belastung von beeinträchtigten Patienten besser wieder als andere Belastungstests wie z. B. die Fahrradergometrie. Vor allem bei Patienten mit chronischer Herzschwäche, Lungenerkrankungen, ältere oder körperlich geschwächte Menschen, die keine Fahrradergometrie machen können, bietet sich der 6-Minuten-Gehtest alternativ an. Mit diesem Test wird die Gehstrecke ermittelt, die der Patient in 6 Minuten auf ebenem Terrain zurücklegen kann. Der Therapeut leitet den Patienten an, so weit wie möglich zu gehen. Kurze Pausen, Tempowechsel und Hilfsmittel, wie z.B. Stöcke, Rollator sind erlaubt. Puls, Blutdruck und Sauerstoffsättigung werden zu Beginn und am Ende des Tests erhoben. Mit ihm lässt sich auch die körperliche Fitness eines Patienten erkennen.

Echokardiografie

Die Untersuchung des Herzens mit Ultraschall wird als Echokardiografie bezeichnet. Mit der Ultraschall-Untersuchung des Herzens erhält man schnell einen Überblick über die Lage, Grösse des Herzens und über die einzelnen Herzkammern, über den Herzbeutel, das Aussehen der Herzklappen und die Funktion des Herzmuskels. Zur Überprüfung der Funktion der Herzklappen, der rekonstruierten und ersetzten Herzklappen steht uns noch die Doppler-Echokardiografie zur Verfügung. Sie ist die empfindlichste Methode, um Funktionsstörungen am Klappenapparat zu erkennen.

Langzeit-EKG

Anders als beim Ruhe-EKG handelt es sich beim Langzeit-EKG um eine Aufzeichnung während 24 Stunden oder sogar über 7 Tage. Damit lässt sich die Frage nach Rhythmusstörungen sehr gut klären. Während mit dem Ruhe-EKG nur wenige Herzschläge erfasst werden, sind es beim 24stündigen Langzeit-EKG etwa 100 000 Herzschläge, und zwar in Ruhe und unter körperlicher Belastung. So können Rhythmusstörungen aus dem Vorhof wie z.B. Vorhofflimmern, aber auch Störungen des Kammerrhythmus, z.B. Extraschläge erkannt und beurteilt werden. Mit dem Langzeit-EKG kann ausserdem der medikamentöse Schutz vor Rhythmusstörungen überprüft werden sowie die Funktion eines Herz-Schrittmachers.

Langzeit-Blutdruckmessung

Bei dieser Untersuchung wird der Blutdruck in regelmässigen Abständen über einen Tag und eine Nacht gemessen. Diese erlaubt eine genauere Aussage über das Blutdruckverhalten als Einzelmessungen. In der Diagnostik zur Erkennung eines Bluthochdrucks und zur Medikamenten-Überwachung Bluthochdruck erkrankter Menschen nimmt die Langzeit-Blutdruckmessung einen wichtigen Platz ein.

Sonografie

Die Sonografie ist eine schmerzfreie und sichere Ultraschalluntersuchung für Diagnose und Verlaufskontrollen. Dabei handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, mit dem der Arzt die Organe wie, z.B. Leber, Gallenblase und – wege, Milz, Bauchspeicheldrüse, Niere, Magen, Darm, Blase, Gebärmutter, Eierstöcke und die Prostata darstellen und Veränderungen erkennen kann. Auch die grossen Gefässe im Bauchraum können eingesehen und in Bezug auf Veränderungen gut beurteilt werden.

Duplex-Sonografie

Die Duplex-Sonographie ist eine Ultraschalluntersuchung, mit der man die Gefässe und ihren Blutfluss darstellen kann. Die Methode ist schmerzlos, ungefährlich und kann beliebig oft wiederholt werden. Beurteilt werden Gefässwand, Gefässweite, Flusshindernisse, Blutflussgeschwindigkeit und Verwirbelungen im Blutfluss. Mit dieser Untersuchung können Gefässerweiterungen und –aussackungen, Gefässeingengungen, die zu einer Durchblutungsstörung führen können, Blutgerinnsel im Gefäss und entzündliche Gefässprozesse erkannt werden.

Messung des Knöchel-Arm-Index (ABI)

Hierbei handelt es sich um eine einfache, schnelle, zuverlässige und kostengünstige Methode, um einen Verdacht auf eine arterielle periphere Verschlusskrankheit (pAVK) zu bestätigen, indem die Durchgängigkeit der Arterien indirekt beurteilt wird. Auch kann man mit dieser Messung den Schweregrad der peripheren Gefässerkrankung festlegen. Patienten mit pAVK sollten jährlich mittels der Messung des Knöchel-Arm-Index nachkontrolliert werden. 

Schlafapnoe-Screening mittels ApneaLink™

Mehr als 150 000 Menschen in der Schweiz leiden an nächtlichen Atempausen, die länger als 10 Sekunden dauern. Die Atempausen während des Schlafens werden durch einen vorübergehenden Verschluss der Luftwege verursacht und sind nicht selten von Schnarchen begleitet. Der häufig unterbrochene Tiefschlaf hat Tagesmüdigkeit und Schläfrigkeit zur Folge. Betroffene haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mit dem ApneaLink™ wird über zwei Sensoren während der Nacht der Atemfluss und das Schnarchen über eine Nasenbrille sowie die Sauerstoffsättigung und der Herzschlag über einen Oximeter am Finger aufgezeichnet. Bestätigt sich der Verdacht einer Schlafapnoe muss eine genauere Untersuchung im Schlaflabor noch erfolgen. Bestätigt sich dort der Verdacht einer Schlafapnoe, bedarf es einer nächtlichen Behandlung mit einer Atemmaske und Überdrucktherapie, um die Atemwege zuverlässig frei zu halten und somit eine gute Schlafqualität wieder herzustellen.

Lungenfunktion

Zu unserem diagnostischen Angebot gehört auch die Überprüfung der Lungenfunktion. Mit dieser Untersuchung sehen wir, ob eine Funktionsstörung der Lunge, wie z.B. beim Asthma vorliegt. Bei unseren operierten Herzpatienten kann eine belastungsabhängige Atemnot auch durch die Eröffnung des Brustkorbs bedingt sein. Der Brustkorb lässt sich unter Umständen beim Einatmen nicht so dehnen wie vor der Operation. Dann zeigt sich in der Überprüfung der Lungenfunktion eine „Restriktion“, also eine verminderte Ausdehnbarkeit der Lunge. Im Rahmen des Heilungsprozesses verliert sich nach einer Herzoperation die eingeschränkte Dehnbarkeit des Brustkorbes wieder.

Die Lungenfunktion dient auch zur Kontrolle einer medikamentösen Behandlung.

Klinisch-chemisches und hämatologisches Labor

Mit den bei uns durchgeführten Blutentnahmen, routinemässig bei Eintritt und Austritt, aber auch bei erforderlichen Kontrollen, können wir unterschiedliche Analysen durchführen. Dazu gehört regelmässig z.B. das kleine Blutbild, Leber- und Nierenwerte, Elektrolyte, Blutfett- und Blutzuckerwerte, Schilddrüsen-, und Entzündungsparameter sowie ein spezieller Wert, der das Ausmass der Herzschwäche anzeigt. Je nach Fragestellung können die Analysen jederzeit ausgeweitet werden.